Wenn du auch nur ein wenig chinesische Kultur kennst, kennst du die Namen: Liu Bei, Guan Yu, Zhang Fei, Zhuge Liang. Sie sind die Helden der Periode der Drei Reiche (220 bis 280), und Chengdu war die Hauptstadt ihres Königreichs Shu Han. Achtzehn Jahrhunderte später prägt die Erinnerung an diese Männer noch immer, wie Chinesen über Loyalität, Strategie und Freundschaft sprechen, und alles konzentriert sich auf den Wuhou-Schrein (武侯祠).
Was du tatsächlich besuchst
Wuhou ist eine ungewöhnliche Kombination: ein Tempel für den brillanten Stratege Zhuge Liang, über die Jahrhunderte mit dem Grab seines Königs Liu Bei (dem Hui-Mausoleum) verschmolzen. Ein von Zypressen gesäumter, rotmaueriger Weg verbindet Hallen, Steinstelen und Räume voller Statuen der Shu-Helden. Der meistfotografierte Fleck ist die rote Mauer mit Bambus, wo Sonnenlicht durch hohen Bambus auf zinnoberrote Mauern fällt.
Warum Zhuge Liang noch heute wichtig ist
- Er ist das kulturelle Ideal des loyalen, selbstlosen und brillanten Ratgebers; seine „Denkschrift zum Feldzug“ wird noch immer von chinesischen Schülern auswendig gelernt.
- Sein Name ist zum Synonym für kluge Planung geworden.
- Im 14. Jahrhundert im Roman Die drei Reiche verklärt, ist seine Geschichte jedem Chinesischsprachigen bekannt, von Peking bis Singapur.
Daneben: die Altstraße Jinli
Hinter dem Schrein liegt Jinli (锦里), eine wiederhergestellte Straße im Qing-Stil mit Snacks, Zuckerwerk, Papiermasken und Teehäusern. Sie ist kommerziell, aber abends bei Lampenlicht stimmungsvoll. Tagsüber den Schrein besuchen, dann abends durch Jinli schlendern und probieren.
Warum Zhuge Liang hier noch heute verehrt wird
Die meisten Helden der Drei Reiche sind als Kriegsherren oder Dichter in Erinnerung. Zhuge Liang bleibt als etwas Seltenes: der vollkommene Beamte. In einer Kultur, die Loyalität und Rechtschaffenheit noch immer über fast alles stellt, ist der Wuhou-Tempel weniger ein Denkmal für einen Feldherrn als ein Schrein für das Ideal öffentlichen Dienstes. Gehen Sie langsam durch die Hallen und lesen Sie die Steine; Generationen von Besuchern kamen hierher, um sich an dem Maßstab zu messen, den er setzte.
Am besten besuchen Sie den Tempel früh, bevor die Reisegruppen kommen. Verbinden Sie ihn mit der alten Jinli-Straße direkt vor dem Tor, aber essen Sie in den angrenzenden Gassen statt auf der Touristenmeile. Wenn Sie nur eine Geschichte lesen, dann die biographische Stele: sie erzählt, wie ein Mann, der als bescheidener Einsiedler begann, der vertrauteste Stratege seiner Zeit wurde. Die Atmosphäre ist stiller und besinnlicher, als die meisten Besucher erwarten.
Kombitickets für Wuhou und die Du Fu-Hütte sparen etwas; beide liegen nahe beieinander. Der beste Tag ist ein kühler, bewölkter, wenn die Zypressen still stehen.
Der Audioführer erzählt die Schlachttage, ohne die die Stelen fremd bleiben. Kombinieren Sie mit Mittag in einer der alten Gassen.
Praktische Informationen
- Adresse: Nr. 231 Wuhouci Avenue, Bezirk Wuhou
- Anfahrt: U-Bahn-Linie 3 bis Gaoshengqiao, dann 10 Minuten Fußweg durch den Park
- Öffnungszeiten: im Sommer 8 bis 20 Uhr, im Winter früher zu; der Parkbereich bleibt spät offen
- Eintritt: rund 50 Yuan; Jinli-Straße selbst ist gratis
- Tipps: Kaufe einen Reiseführer oder eine Audioguide, denn die Statuen bedeuten ohne Geschichte wenig. Geh früh, um Reisegruppen zu entkommen. Zwei Stunden Schrein plus eine Stunde Jinli einplanen.
Vor der Halle Zhuge Liangs, umgeben von Zypressenschatten, versteht man, warum ein Politiker, der vor 1700 Jahren starb, noch heute ehrfürchtig „Markgraf“ genannt wird.