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Geschichte

#11 Die Geschichte hinter den Kuanzhai-Gassen und dem Mandschu-Viertel

Drei graue Backsteingassen im Herzen Chengdus verbergen eine mandschurische Garnison der Qing-Dynastie. Kuanzhai ist tagsüber hübsch, doch ihre Geschichte ist ein Fenster ins alte China.

#11 Die Geschichte hinter den Kuanzhai-Gassen und dem Mandschu-Viertel

Die berühmteste historische Straße Chengdus ist Kuanzhai Gassen (宽窄巷子): drei parallele Gassen aus grauen Backsteinhöfen, roten Laternen, Teehäusern und Souvenirläden. Touristen fotografieren sie, essen dort und gehen wieder. Nur wenige wissen, dass diese Gassen als befestigte Militärstadt angelegt wurden: die mandschurische Garnison von Chengdu, gebaut für die Soldaten, die China 1644 eroberten.

Die Geburt von Shaocheng

Nachdem die Qing-Dynastie die Macht übernommen hatte, entsandte Kaiser Kangxi Garnisonstruppen, um den Südwesten zu halten. Um 1718 wurde innerhalb von West-Chengdu eine separate befestigte Stadt gebaut: die Mandschu-Stadt, auch Shaocheng (少城, „Kleine Stadt“) genannt. Mandschu-Bannerleute und ihre Familien lebten innerhalb, chinesische Zivilisten draußen. Die drei Gassen — Breite Gasse (宽巷子), Schmale Gasse (窄巷子) und Brunnen-Gasse (井巷子) — waren das Kasernenraster. Zwei Jahrhunderte lang war es ein in sich geschlossenes militärisches Viertel.

Wie es eine Touristenstraße wurde

  • Nach dem Kaisersturz 1912 fielen die Mauern, und die Höfe füllten sich mit gewöhnlichen Chengdu-Familien.
  • Um die 2000er waren die Gassen verfallen. Bei einer berühmten Restauration wurden die Höfe im ursprünglichen grauen Backsteinstil wieder aufgebaut, und Kuanzhai eröffnete 2008 wieder als historisches Viertel.
  • Heute ist die Breite Gasse locker und altmodisch, die Schmale Gasse gehobener Gastronomie zugewandt, und die Brunnen-Gasse ist eine Freiluftwand- und Essensstraße.

Was man dort tut

Schlendere langsam. Schau Zuckerbläser bei der Arbeit, trink Tee in einem Hof, sieh eine Mini-Gesichtswechsel-Show und kauf eine Schachtel traditionelles Gebäck. Komm zur Dämmerung: Die Laternen gehen an, die Menge dünnt sich, und die Gassen fühlen sich wieder wie altes Chengdu an.

Hinter den Souvenirläden

Heute sind die Kuanzhai-Gassen eine polierte Touristenstraße, doch der Grund, hier zu stehen, ist das Jahrhundert unter Ihren Füßen. Dies war das Mannen-Garnisonsviertel, im 18. Jahrhundert ummauert, in dem Bannerherren und ihre Familien nach eigenen Bräuchen wohnten, drillten und opferten. Die Holztore, die stillen Gassen zwischen den Hofhäusern und die gleichmäßige Straßenbreite erinnern an jenen militärischen Grundriss. Lesen Sie die Läden als dünne moderne Haut über einem viel älteren Raster.

Um den Ort zu fühlen statt ihn zu fotografieren, kommen Sie zur Öffnung vor der Menge oder kehren Sie am Abend zurück, wenn die Laternen brennen. Lassen Sie die Kettenrestaurants der Hauptstraße liegen; biegen Sie in die schmalen Zweige ein, wo die Anwohner noch Tee kaufen und Fahrräder flicken. Eine Straßenmassage oder eine langsam genossene Nudelschale sagen Ihnen mehr über das alte Chengdu als jedes Souvenir.

Abends beleuchten Strahler die Holztore warm; dann wirken die Gassen weniger wie eine Kulisse und mehr wie ein bewohntes Viertel. Ein Glas lokaler Reiswein in einer Seitenrunde rundet den Abend.

Neben der Hauptgasse liegen ruhigere Höfe, in denen noch alte Bewohner Kaffee kochen. Fragen Sie nach einem Platz im Innenhof.

Praktische Informationen

  • Adresse: Kuanzhai-Gassen, Bezirk Qingyang, Zentrum Chengdus
  • Anfahrt: U-Bahn-Linie 4 zur Station Kuanzhai Xiangzi, Ausgang B, direkt in die Gassen
  • Öffnungszeiten: die Gassen sind den ganzen Tag offen; die meisten Läden und Teehäuser 10 bis 22 Uhr
  • Kosten: freier Eintritt; Essen und Tee 30 bis 150 Yuan je nach Sitzplatz
  • Tipps: Komm vor 10 Uhr, um der Menge zu entkommen. Es ist hübsch, aber touristisch; sieh es als angenehmen Spaziergang, nicht als lebendiges Museum. Iss an den kleinen Ständen, nicht in den großen Frontrestaurants.

Hinter den Laternen und Souvenirs liegt eine mandschurische Militärstadt von 1718. So gelesen, wird Kuanzhai ein Kapitel chinesischer Geschichte, nicht nur ein Foto.

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