Dan Dan Noodles (担担面, dāndān miàn) verdanken ihren Namen der Bambus-Schulterstange, dem dan, mit der Straßenverkäufer die Nudeln durch die Gassen trugen. Der Legende nach begann ein Verkäufer namens Chen Baobao in den 1840er Jahren am nördlichen Kai von Chengdu; hungrige Hafenarbeiter bezahlten ein paar Münzen für eine kleine, intensiv gewürzte Schüssel, die sie nach dem Morgen wachrüttelte. Heute stehen sie auf Karten weltweit, aber die Original-Schüssel in Chengdu ist kleiner, trockener und kräftiger als ihre ausländischen Verwandten.
Was wirklich in der Schüssel steckt
Am Boden der Schüssel versteckt sich eine Sauce, die man nicht zu früh verrühren darf: Sesampaste, Chiliöl, Chiliflocken, Sojasauce, schwarzer Essig, eine Prise Zucker, Knoblauch und etwas Hühnerbrühe. Darüber liegen dünne Weizennudeln, frisch blanchiert. Die Krone bildet ein Haufen knusprig gebratenen Schweinehacks und ein voller Löffel Yacai (芽菜), eingelegtes Senfgemüse aus Yibin, mit Frühlingszwiebeln. Die Kunst liegt im gründlichen Vermischen am Tisch, damit jeder Faden mit dem glänzenden, nussigen, sanft betäubenden Dressing überzogen ist.
So bestellen Sie richtig
In einer Chengder Nudelbude gibt es kleine (2 liǎng, etwa 100 g) und große (3 liǎng, 150 g) Portionen. Beginnen Sie mit 2 liǎng; Einheimische nehmen oft eine trockene Dan Dan Noodle dazu eine kleine Suppe. Ein Spiegelei (煎蛋, jiāndàn) lässt sich hinzufügen. Der Schluck: dāndān miàn, liǎng gè èr liǎng – zwei kleine Dan Dan Noodles.
Praktische Informationen
- Adresse: Suchen Sie kleine Nudelläden mit Plastikhockern in den Gassen hinter Kuanzhai Alley, um die Yulin West Road und nahe der Universitäten entlang der Yihuan Road.
- Verkehr: Metro Linie 4 bis Kuanzhaixiangzi; Linie 1 bis Jinianqiao für die Altstadtgassen.
- Öffnungszeiten: die meisten Morgenstände 06:30–14:00, einige bis in den Nachmittag.
- Kosten: ¥10–18 für eine kleine Schüssel, ¥15–25 für eine große.
- Tipps: Rühren Sie kräftig, sobald die Schüssel steht. Verlangen Sie shao la (少辣, weniger Chili) bei Unsicherheit.
Tipps für ausländische Gäste
Dan Dan Noodles sind keine Suppe – suchen Sie nicht nach Brühe. Das Gericht ist bewusst dicht und ölig, deshalb kombinieren es die Einheimischen mit warmer Originalsuppe (原汤, yuántāng). Nehmen Sie Kleingeld; kleine Stände akzeptieren kaum Karten. Setzen Sie sich auf den Plastikhocker, Schlürfen ist erlaubt, und in fünf Minuten ist man fertig – das ist Street Fast Food, kein Dinner mit Tischtuch.
Getränke, Begleiter und Tischsitten
Ein Essen in Chengdu beginnt fast immer mit Tee. Eine Kanne starker grüner Tee (绿茶, lǜchá) oder Jasmintee (茉莉花茶, mòlìhuāchá) klärt den Gaumen zwischen den scharfen Bissen. Die Einheimischen bestellen auch kaltes Yanjing-Bier (燕京啤酒, Yānjīng píjiǔ) oder Zuckerrohrsaft (甘蔗汁, gānzhezhī), um die Schärfe abzumildern. Wenn die Rechnung kommt, sehen Sie, wie hier gezahlt wird: Wer das Essen gegeben hat, besteht darauf, und das Hin- und Herschieben der Quittung ist Teil des Rituals, kein Streit. Wenn Sie Gast sind, lassen Sie den Gastgeber zahlen; wenn Sie eingeladen haben, fordern Sie die Rechnung mit einem Lächeln. Wischen Sie Ihre Stäbchen vor dem Essen immer mit dem heißen Tuch (热手巾, rè shǒujīn) ab, und stecken Sie die Stäbchen niemals senkrecht in die Reisschüssel—das erinnert an Räucherstäbchen für die Toten. Wenn ein Gericht zu scharf ist, trinken Sie kein Wasser, sondern fragen nach dem kalten Pflaumengetränk (酸梅汤, suānméitāng) oder einer Schale weißen Reis. Chengdu ist nach chinesischen Maßstäben informell: Schlürfen, lautes Reden und Nachschlag sind alles Zeichen eines glücklichen Tisches.