Dan Hong Gao (蛋烘糕, dànhōnggāo, „ei-gebackener Kuchen") ist Chengdus beliebtester Straßen-Pfannkuchen. Seit der späten Qing-Zeit gibt es die Stände an SchulTor und in Gassenecken. Der Teig ist ein dünnes Gemisch aus Ei, Reismehl, Weizenmehl und etwas Hefe, wird in eine kleine gusseiserne Form über Holzkohle gegossen, nach dem Aufgehen wie ein kleiner Taco halb umgeschlagen und dann gefüllt. Das Ergebnis ist goldgelb, an den Rändern leicht knusprig, innen weich und eigrig – und zutiefst persönlich: jeder Chengduer hat eine Lieblingsfüllung.
Süß und herzhaft
Die Wahl ist halber Spaß. Klassisch süß: rote Bohne (豆沙, dòushā), weißer Sesam mit Zucker (芝麻白糖, zhīmá báitáng), Schokolade, Kokos. Herzhaft: eingelegtes Gemüse (榨菜, zhàcài), Schweinehack (肉沫, ròumò), Ketchup, Sesampaste und sogar eine moderne Frischkäse-Version. Der traditionelle Favorit bleibt Zi Cai Mian Jin (紫菜面筋), eine umamihaltige, salzige Geschmacksbombe. Ein Täfelchen kostet ein paar Yuan und braucht zwei Minuten.
Praktische Informationen
- Adresse: Suchen Sie kleine Holzkohle-Stände an SchulTor und Nachtmärkten: nahe der Shiyan Middle School an der Hongxing Road, bei der Sichuan-Universität und abends in der Yulin West Road.
- Verkehr: Metro Linie 1 bis Jinianqiao; Linie 3 bis Sichuan-Universität, Campus Wangjiang; in die Seitengassen gehen.
- Öffnungszeiten: die meisten 07:00–10:00 zum Frühstück und 16:30–21:00 nach Schulschluss.
- Kosten: ¥4–8 pro Täfelchen, je nach Füllung; zwei oder drei reichen für einen kleinen Imbiss.
- Tipps: Sehen Sie zu, wie der Verkäufer es vor Ihnen faltet. Sofort essen – nach fünf Minuten wird es weich.
Tipps für ausländische Gäste
Dan Hong Gao ist mild, süß-herzhaft und völlig ohne Schärfe: der sicherste Sichuan-Straßensnack für Kinder und Schärfe-Muffel. Zeigen Sie auf die Füllboxen hinter der Glasscheibe; die meisten Verkäufer sprechen kein Englisch, aber sie werden lächeln und Ihnen ein perfektes Täfelchen geben. Dazu eine Tasse warme Sojamilch vom selben Stand.
Getränke, Begleiter und Tischsitten
Ein Essen in Chengdu beginnt fast immer mit Tee. Eine Kanne starker grüner Tee (绿茶, lǜchá) oder Jasmintee (茉莉花茶, mòlìhuāchá) klärt den Gaumen zwischen den scharfen Bissen. Die Einheimischen bestellen auch kaltes Yanjing-Bier (燕京啤酒, Yānjīng píjiǔ) oder Zuckerrohrsaft (甘蔗汁, gānzhezhī), um die Schärfe abzumildern. Wenn die Rechnung kommt, sehen Sie, wie hier gezahlt wird: Wer das Essen gegeben hat, besteht darauf, und das Hin- und Herschieben der Quittung ist Teil des Rituals, kein Streit. Wenn Sie Gast sind, lassen Sie den Gastgeber zahlen; wenn Sie eingeladen haben, fordern Sie die Rechnung mit einem Lächeln. Wischen Sie Ihre Stäbchen vor dem Essen immer mit dem heißen Tuch (热手巾, rè shǒujīn) ab, und stecken Sie die Stäbchen niemals senkrecht in die Reisschüssel—das erinnert an Räucherstäbchen für die Toten. Wenn ein Gericht zu scharf ist, trinken Sie kein Wasser, sondern fragen nach dem kalten Pflaumengetränk (酸梅汤, suānméitāng) oder einer Schale weißen Reis. Chengdu ist nach chinesischen Maßstäben informell: Schlürfen, lautes Reden und Nachschlag sind alles Zeichen eines glücklichen Tisches.
Ein paar letzte Worte vor der Abreise
Wenn Sie allein essen, fragen Sie nach einer halben Portion (半份, bànfèn) bei jedem Gericht mit viel Chiliól; die meisten Lokale willigen ein. Suchen Sie sich Tische, an denen bereits lokale Familien mit Großeltern und Studenten sitzen: Wenn der Saal voll ist, stimmt der Preis und die Küche genießt seit Jahren Vertrauen. Setzen Sie sich im Sommer unter die roten Laternen nach draußen und im Winter an ein Fenster, damit Ihnen der Dampf des Topfes ins Gesicht steigt. Nehmen Sie Bargeld oder ein Handy mit eingerichtetem WeChat Pay oder Alipay; kleine Stände nehmen kaum ausländische Karten. Ein großzügiges Trinkgeld ist nett, wenn ein Kellner Sie durch die Karte geführt hat, an Straßenständen wird keines erwartet. Nehmen Sie sich Zeit: Chengduer Essen will bis zum Abend gedehnt werden, und nach zwanzig Minuten wieder zu gehen gilt als schade.