Scharfe Kaninchenköpfe (老妈兔头, lǎomā tùtóu) sind Chengdus umstrittenster Snack. Die Stadt isst mehr Kaninchen als fast jede andere in China, vor allem als langsam geschmorte Kaninchenköpfe, eine Spezialität des Bezirks Shuangliu südlich der Innenstadt. Die berühmte Kette Shuangliu Lao Ma Tutou (双流老妈兔头) verkauft sie seit den 1990er Jahren in Tüten; die Einheimischen nehmen sie mit nach Hause, ins Kino oder auf lange Bahnfahrten. Wer über die Optik hinwegsieht, belohnt sich mit einem der intensivsten Fleischgerichte Sichuans.
Wie man isst
Jeder Kopf wird stundenlang in einer Meisterbrühe aus Sojasauce, Kandiszucker, Ingwer, Sternanis, Cassia, Chili und Sichuanpfeffer geschmort, dann im Wok mit frischem Chiliöl und Sesam fertiggestellt. Das Fleisch ist dunkel, duftend und zart. So isst man: Kopf mit beiden Händen halten, den Kiefer mit den Fingern aufbrechen und sich durch die Wangen, die kleine Zunge, das Gehirn und die Augenhöhle arbeiten. Ja, das Gehirn ist die Delikatesse – weich, herzhaft und reichlich. Zwei Geschmäcker dominieren: scharf (麻辣, málà) und fünf Gewürze (五香, wǔxiāng) für Zaghafte.
Praktische Informationen
- Adresse: das Original Shuangliu Lao Ma Tutou (双流老妈兔头) in der Beisen Road, Bezirk Shuangliu; Filialen in Chengdu auch nahe Chunxi Road und Kuanzhai Alley.
- Verkehr: Metro Linie 3 bis Shuangliu Square, dann kurzes Taxi zum Stammhaus; Filialen in der Innenstadt sind für die meisten Besucher bequemer.
- Öffnungszeiten: etwa 10:00–22:00; Tüten zum Mitnehmen werden den ganzen Tag verkauft.
- Kosten: ¥12–18 pro Kopf, eine Tüte mit vier Stück ¥50–70. Die meisten Besucher nehmen zwei.
- Tipps: Bei Nervosität erst die fünf Gewürze. Verlangen Sie Einweghandschuhe (一次性手套) und Feuchttücher. Dazu kaltes Bier oder eisgekühltes Pflaumengetränk.
Tipps für ausländische Gäste
Dieses Gericht scheidet Touristen von Konvertierten. Wenn Sie der Anblick eines ganzen Kopfes stört, nehmen Sie es zum Mitnehmen und essen in Ruhe am Tisch; die meisten Besucher berichten, dass es leichter geht als es aussieht. Wenn Sie sich unwohl fühlen, wählen Sie Kaninchenrippen (兔排, tùpái) oder Kaninchenschenkel (兔腿, tùtuǐ), die in derselben Brühe geschmort sind, aber normal aussehen. Auch wenn Sie den Kopf überspringen: Das Bestellen und Zuschauen, wie die Einheimischen ihn genießen, ist eine Chengdu-Erinnerung.
Getränke, Begleiter und Tischsitten
Ein Essen in Chengdu beginnt fast immer mit Tee. Eine Kanne starker grüner Tee (绿茶, lǜchá) oder Jasmintee (茉莉花茶, mòlìhuāchá) klärt den Gaumen zwischen den scharfen Bissen. Die Einheimischen bestellen auch kaltes Yanjing-Bier (燕京啤酒, Yānjīng píjiǔ) oder Zuckerrohrsaft (甘蔗汁, gānzhezhī), um die Schärfe abzumildern. Wenn die Rechnung kommt, sehen Sie, wie hier gezahlt wird: Wer das Essen gegeben hat, besteht darauf, und das Hin- und Herschieben der Quittung ist Teil des Rituals, kein Streit. Wenn Sie Gast sind, lassen Sie den Gastgeber zahlen; wenn Sie eingeladen haben, fordern Sie die Rechnung mit einem Lächeln. Wischen Sie Ihre Stäbchen vor dem Essen immer mit dem heißen Tuch (热手巾, rè shǒujīn) ab, und stecken Sie die Stäbchen niemals senkrecht in die Reisschüssel—das erinnert an Räucherstäbchen für die Toten. Wenn ein Gericht zu scharf ist, trinken Sie kein Wasser, sondern fragen nach dem kalten Pflaumengetränk (酸梅汤, suānméitāng) oder einer Schale weißen Reis. Chengdu ist nach chinesischen Maßstäben informell: Schlürfen, lautes Reden und Nachschlag sind alles Zeichen eines glücklichen Tisches.
Praktischer Tipp: Ein ganzer Kaninchenkopf wiegt etwa 150 Gramm und reicht als kleiner Imbiss; ein hungriger Gast nimmt lieber zwei. Die Filiale in der Innenstadt an der Chunxi Road verlangt ¥16–18 pro Kopf, das Original in Shuangliu liegt bei ¥12–15. Fragen Sie nach Einweghandschuhen (一次性手套) und zusätzlichem Papiertuch — die Finger bleiben auch mit Handschuhen fettig.