China betreibt ein nationales Filterungssystem, oft als Große Firewall bezeichnet. Bei der Ankunft laden die meisten internationalen Dienste nicht: Google Suche und Gmail, WhatsApp, Facebook, Instagram, YouTube, X, Telegram sowie viele westliche Nachrichtenseiten. Das bedeutet nicht, dass das Internet nutzlos wäre, die lokalen Alternativen sind schnell und gut gebaut. Es bedeutet aber, dass Sie einen Plan brauchen, bevor Sie am Flughafen Tianfu das Telefon einschalten.
Was ohne VPN funktioniert
- Suche: Bing ist teilweise zugänglich, Baidu und Sogou sind die lokalen Suchmaschinen.
- Messaging: WeChat ist der Standard-Chat und die Standard-Sprachanwendung für Einheimische wie Reisende.
- Navigation: Amap (Gaode) und Baidu Maps sind in Chengdu hervorragend.
- Kurzvideos und Nachrichten: Douyin, Bilibili und Xiaohongshu dominieren die lokalen Feeds.
- Ride-Hailing: Didi Chuxing läuft mit englischer Oberfläche und akzeptiert Auslandskarten.
Lokale SIM-Karte kaufen
Inhaber eines ausländischen Passes können am Flughafen oder in Flagship-Stores der drei staatlichen Anbieter eine Prepaid-SIM kaufen:
- China Mobile: Größte ländliche Abdeckung, etwas teurer.
- China Unicom: Gutes Gleichgewicht aus Tempo und Preis in der Stadt.
- China Telecom: Starker Bund mit Breitband, beliebt bei Geschäftsreisenden.
Eine Touristen-SIM mit 10 bis 30 GB für 30 Tage kostet üblicherweise 50 bis 100 Yuan. Sie benötigen Ihren Reisepass zur Registrierung, die Aktivierung dauert etwa 15 Minuten im Laden.
Roaming gegen lokale SIM
Das Roaming Ihres Heimatproviders funktioniert, ist aber teuer, besonders bei Videos. Eine lokale SIM ist günstiger und gibt Ihnen eine chinesische Nummer (+86), die zur Registrierung vieler lokaler Apps, für Didi-Anrufe und Hotel-Verifizierungscodes nötig ist.
Die VPN-Realität
Ausländische Einwohner und einige Firmen nutzen virtuelle private Netzwerke, um globale Dienste zu erreichen. In der Praxis installieren viele Reisende vor der Abreise kommerzielle VPN-Apps; deren Zuverlässigkeit schwankt über die Zeit. Beachten Sie, dass das Veröffentlichen oder Verkaufen von VPN-Diensten in China nach lokalen Regeln eingeschränkt ist. Der sicherste Weg ist, Ihr eigenes Abo mitzubringen, es vor der Reise zu testen und unauffällig zu nutzen.
Praktische Informationen
- WLAN: Hotels, Einkaufszentren und Cafés bieten freies WLAN; öffentliches U-Bahn-WLAN verlangt meist eine chinesische Telefonnummer.
- Telefonnummern: Chinesische Mobilnummern beginnen mit 1 und haben 11 Ziffern; Festnetz hat die Vorwahl 028 für Chengdu.
- Notrufe: 110 (Polizei), 120 (Krankenwagen), 119 (Feuerwehr), kostenfrei auch ohne SIM-Guthaben.
- Strom: Steckertypen A, C und I, 220 V, bringen Sie einen kleinen Universaladapter mit.
- Tipp: Laden Sie WeChat, Didi, Amap und eine Übersetzungs-App (Pleco, Google Translate offline-Paket) vor der Landung herunter.
Offline-Apps, die wirklich funktionieren
- WeChat spricht Sprachnotizen auf Englisch auf; junges Personal antwortet langsam schriftlich.
- Das Übersetzungsobjektiv in WeChat fotografiert Menüs und Schilder.
- Öffentliches WLAN in Mallen verlangt chinesische Nummer, besser das eigene Datenkontingent nutzen.
- Kleinen Powerbank mitnehmen; kalte Feuchte leert den Akku im Winter schnell.
- 110, 120, 119 als Kontakte speichern vor der Landung.
Netzabdeckung und Roaming in der Praxis
Chinas drei Netze liegen in der Stadt dicht beieinander, auf dem Land ist China Mobile meist die beste Wahl. In U-Bahn-Tunneln bricht das Signal in älteren Abschnitten manchmal ab, auf den neuen Linien 18 und 19 ist es stabil. Für Videos in der U-Bahn reicht die Datenrate der lokalen SIM locker. Heimische SIM im Roaming ist im Zweifel teuer und langsam.
- Flugmodus nach der Landung, dann lokale SIM einlegen und testen.
- Roaming der heimischen Karte nur für eingehende Anrufe nutzen.
- WLAN in Hotels ist oft langsamer als das mobile Netz.
- Akkuladung an der Steckdose mit 220 Volt, Reisestecker nicht vergessen.
- Notfall-SMS an die Botschaft lassen sich auch mit schwachsendem Telefon versenden.